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ANDEEP

ANDEEP bedeutet „Antarktische benthische Tiefsee-Biodiversität: Besiedlungsgeschichte und heutige Muster der Lebensgemeinschaften“

 

Projektleiter: Angelika Brandt, Zoologisches Museum Hamburg, Brigitte Ebbe, Senckenberg-Institut, Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung, Wilhelmshaven

Unsere Ziele

Warum wurde das Projekt geplant?

 

Der Südozean ist das abgelegenste Meer der Erde, und vor ANDEEP war der weitaus größte Teil, die Tiefsee, fast unerforscht. Deshalb wurde das Projekt konzipiert, um:

  • Evolutionsprozesse und Änderungen der Ozeanographie zu erforschen, die die heutige Biodiversität und Verteilungsmuster hervorgerufen haben
  • Besiedlung und Austauschprozesse der Tiefseefauna in Beziehung zu geografischen Veränderungen in geologischen Zeiträumen zu setzen
  • Den Einfluß der Vielfalt von Lebensräumen auf die Vielfalt von Arten und Genen zu bestimmen
  • Die Rolle der antarktischen Region als mögliche Quelle für benthische Tiefseetaxa in anderen Ozeanen zu erforschen

Wir haben drei Expeditionen durchgeführt, ANDEEP-I und II im Jahr 2002 und ANDEEP-III im Jahr 2005, und zwar zur Drake-Passage, dem Scotiabogen, dem Weddellmeer bzw. auf zwei Transekten vom Kapbecken bis Kapp Norvegia (östliches Weddellmeer) und quer durch das Weddellmeer bis King George Island. ANDEEP ist die erste umfassende Bestandsaufnahme der Mikro-, Meio-, Makro- und Megafauna-Gemeinschaften und trägt so zu einem Transekt von Pol zu Pol durch atlantische Tiefseebecken bei, der geplant wurde, um Verteilungsmuster der benthischen Fauna in verschiedenen Maßstäben von lokal bis global zu untersuchen.

bisherige Ergebnisse

Die Biodiversität ist generell hoch in allen Größenklassen, aber die Organismendichte ist sehr gering, und folglich sind fast alle Arten selten. Bis heute sind ungefähr 1500 Arten bestimmt und zumindest mit vorläufigen Namen versehen worden, davon sind die meisten neu. Je nach Taxon variiert der Anteil neuer Arten zwischen 50 und 90 Prozent. Die Anzahl der Arten wird sich wahrscheinlich noch stärker erhöhen als auf den ersten Blick erkennbar, weil wir kryptische Arten gefunden haben, die nur durch genetische Methoden, nicht aber durch traditionelle morphologische Methoden bestimmt werden können. Schon jetzt können wir sagen, dass es auf der Südhalbkugel keinen latitudinalen Gradienten (vom Äquator zum Pol) in der Biodiversität gibt.

Verteilungsmuster wurden hinsichtlich der Tiefe und der geografischen Ausdehnung untersucht. Wegen der schweren Eisdecke auf dem Kontinent reicht der antarktische Schelf  bis in 800 m Tiefe, was sehr viel tiefer ist als in anderen Ozeanen. Diese tiefe untere Grenze des Schelfs bedingt wahrscheinlich auch, dass der Wechsel zu Tiefsee-Arten (in diesem Falle abyssal) tiefer liegt, als wir es von anderen Ozeanen kennen,nämlich zwischen 2500 und 3000 m. Der Grad der Eurybathie hängt vom Taxon ab, genauso wie der Grad des Endemismus. Letzterer kann in Beziehung gesetzt werden zur Fortpflanzungsbiologie der verschiedenen Organismen, insbesondere das Vorkommen von Larven als Ausbreitungsstadium.

Evolution findet auch in diesen Tiefen statt, wie wir bereits an Asseln zeigen konnten. Die sehr hohe Zahl von Arten, die nach unserem jetzigen Kenntnisstand nur im tiefen Südlichen Ozean vorkommen, weist auf eine Radiation hin. 

Zukunftspläne

Von März 2007 bis März 2009 findet das Internationale Polarjahr (IPY) statt. CeDAMar wird durch ein Folgeprojekt von ANDEEP, das SYSTCO heißt, an diesem bedeutenden Ereignis teilnehmen. SYSTCO ist eine Abkürzung für Systemkopplung und soll untersuchen, wie Atmosphäre, Wassersäule und Tiefseeboden miteinander verbunden sind. Wir hoffen, dass Ergebnisse dieses Projektes helfen werden, Einflüsse des globalen Klimawandels auf das Benthos der Tiefsee vorherzusagen.

 

 

 Das IPY-Projekt SYSTCO wird in Kooperation mit dem Census of Antarctic Marine Life (CAML) und dem Arctic Ocean Diversity-Projekt ArcOD durchgeführt werden.

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