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LEVAR

LEVAR bedeutet Variabilität der Artenvielfalt im Levantinischen Becken ( LEvantine Basin Biodiversity VARiability)

 

 

Projektleiter: Michael Türkay, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt

 

Untersuchungsgebiet

Die Tiefsee des Mittelmeers ist ein ganz besonderer Lebensraum, weil das Wasser bis in abyssale Tiefen 13°C warm ist, was letztendlich auf die sehr schmale Verbindung des Mittelmeers mit dem Atlamtik zurückzuführen ist. Während in den meisten offenen Ozeanen, zum Beispiel am Äquator, die Verdunstung durch kalte polare Wassermassen ausgeglichen wird, die zum Meeresboden sinken und dann in Richtung Äquator fließen, gibt es im Mittelmeer zu wenig kaltes Atlantikwasser, und deshalb ist das Wasser mit der höchsten Dichte das mit dem höchsten Salzgehalt, der durch Verdunstung an der warmen Sonne entsteht.

 

Mit LEVAR wollen wir herausfinden, welche Faktoren die Vielfalt des Lebens im Tiefseeboden dort beeinflussen, wo die Bedingungen extrem oligotroph sind, d.h. wo Nährstoffe sehr spärlich in Wasser und Boden vorkommen.  Hauptziel des Projektes ist eine  Abschätzung des Anteils der pelagischen Produktion (Algen im Oberflächenwasser, die als mariner Schnee zu Boden sinken) und des lateralen Transportes (Nährstoffe in Sedimenten, die die Kontinentalabhänge hinunterfließen). Diese relativen Anteile kann man messen, indem man die Vielfalt des Benthos mit der Wassertiefe und der Entfernung vom Land in Beziehung setzt.

 

Die erste LEVAR-Expedition fand vom 28. Dezember 2006 bis 15. Januar 2007 im Levantinischen Becken südöstlich von Kreta statt. Es gab zwei Stationen, eine mehr als 4000 m tief und nahe an der Küste und die andere seichter (2800 m), aber weiter weg vom Land. Die Arbeitshypothese der Wissenschaftler ist, dass hauptsächlich die Entfernung von der Küste die Diversität der Tiefseeorganismen in diesem Teil der Ozeane der Welt beeinflusst. Die Proben werden gerade analysiert- erste Ergebnisse werden hier publiziert, soboald sie zur Verfügung stehen.

Mikrobiologie

Das Hauptziel der mikrobiologischen Untersuchungen ist es, die Struktur und Funktionsweise der bakteriellen Gemeinschaften in extrem oligotrophem, warmem Tiefseewasser mit Blick auf den Nährstoffeintrag zu untersuchen. Wegen der spezifischen Umweltbedingungen können noch unbeschriebene, hochspezialisierte Bakteriengemeinschaften erwartet werden, die in Kulturexperimenten genetisch genauer charakterisiert werden müssen. 

 

benthische Fauna

Nanofauna Mit Nanofauna bezeichnet man einzellige Organismen, die, soweit wir wissen, im östlichen Mittelmeer sehr viel diverser sind als in anderen Regionen des Weltozeans. Sowohl ihre mögliche Rolle im marinen Nahrungsnetz als Bakterienfresser wird untersucht als auch ihre Populatinsgenetik, um Beobachtungen anderer Spezialisten entweder zu bestätigen oder zu widerlegen, dass manche Arten extrem weit in den Weltmeeren verbreitet sind.

Die Analyse von Gemeinschaften benthischer Foraminiferen wird das Wissen über die Ökologie dieser Organismen in oligotrophen Tiefseeregionen vertiefen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem globalen Klimawechsel.

Meio-, Makro- und Megafauna

Informationen über die Organismendichte und Artenvielfalt dieser Größenklassen- von etwa einem halben Millimeter bis zu einem halben Meter- werden zusammengetragen und mit Daten aus anderen CeDAMar-Projekten verglichen, insbesondere jenen, die sich auf Tiefseebecken des Südatlantiks spezialisiert haben. Alle Arbeitsgruppen werden sich dieselben Fragen vornehmen:

  • Wie viele Arten pro Flächeneinheit (Artendichte) und wie viele Arten pro Anzahl von Individuen (Artenreichtum) gibt es auf den beiden Stationen?
  • Wie groß sind die Unterschiede zwischen Standorten innerhalb der Stationen und zwischen den Stationen, und welche Arten haben sie gemeinsam?
  • Wie ändert sich die Anwesenheit von Arten?
  • Welche Korrelationen gibt es zwischen der Artenzahl und den Umweltbedingungen?

Karte

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