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Nodinaut

NODINAUT - Der Name Nodinaut bezieht sich auf das Untersuchungsgebiet in der zentralpazifischen Manganknollenprovinz und den Namen des Tauchbootes Nautile, das bei der Expedition eingesetzt wurde.

 

Projektleiter: Joëlle Galéron, Ifremer, Plouzané

 

Einführung

Eine Seereise wurde im Sommer 2004 von Ifremer auf dem französischen Forschungsschiff L'Atalante und dem Tauchboot Nautile zu französischen Versuchsfeldern in der Clarion Clipperton Fracture Zone (Nordost-Pazifik) unternommen. Das Thema war, Grundkenntnisse über die natürliche Zusammensetzung der benthischen Lebensgemeinschaften und ihre Habitate zu gewinnen, die als Referenz für Gutachten bezüglich des kommerziellen Manganknollen-Bergbaus dienen können. Die Struktur der benthischen Lebensgemeinschaften (Artenzusammensetzung, Diversität, Dichte, Biomasse, Verbreitung) wurde zusammen mit geologischen, physikalischen und chemischen Umweltparametern untersucht , um den Einfluss von Habitateigenschaften auf die räumliche Verteilung ven benthischen Gemeinschaften (von Mikroben bis zur Megafauna)  zu testen.

Probennahme

Um herauszubekommen, in welcher Größenordnung die Vielfalt der Lebensräume die biologische Vielfalt beeinflusst, wurden regionale, lokale und Mikroskalen berücksichtigt.  Die Nautile wurde  für Messungen und Probennahmen von Sediment und Fauna  eingesetzt, die für die Untersuchung des Einflusses von Habitatveränderungen auf die Biodiversität im lokalen und Mikro-Maßstab notwendig waren.Die Erholung der benthischen Lebensgemeinschaften nach dem Gewinn von Manganknollen wurde unter realen Bedingungen untersucht, indem eine etwa 25 Jahre alte Schleppspur beprobt wurde.

 

Die Dynamik der Makrofauna-Gemeinschaft wurde mit einem experimentellen Ansatz untersucht, in dem frei fallende Anordnungen ein Jahr lang am Boden gelassen wurden. Nodinaut ist eingebunden in da internationale Programm  “ Biodiversity, species ranges and gene flow in the abyssal Pacific nodule province : predicting and managing the impacts of deep seabed mining ” (Kaplan, siehe unter "Projekte"). 

 

 

Teilnehmer

Zwanzig Wissenschaftler, davon 14 von Ifremer und 6 von anderen Instituten (University of Hawaï, USA, DZMB-FIS, Deutschland, Natural History Museum, Großbritannien, JAMSTEC, Japan, KORDI, Korea, Université du Québec, Kanada) nahmen an der Nodinaut-Reise teil.

Ergebnisse

Wir haben nun eine Übersicht über regionale Muster der Struktur von benthischen Lebensgemeinschaften und über die Umweltparameter, die diese Muster beeinflussen. Die Lebensgemeinschaften unterscheiden sich nicht nur wegen der Menge und Qualität der Nährstoffe, sondern auch wegen der Vielfältigkeit der physikalischen und chemischen Eigenschaften der Habitate (Knollen und Sedimentoberfläche).

 

Außerdem konnten wir aufgrund von Daten aus früheren französischen Untersuchungen ein Gebiet aussuchen, wo wir den Einfluss der Knollen auf die benthischen Lebensgemeinschaften auf kleinem Raum untersuchen konnten. Erstmalig konnte durch Untersuchungen in einem Umkreis von 1-5 Meilen mit dem Tauchboot Nautile gezeigt werden, dass Knollenfelder ein deutlich abgegrenztes Habitat für Infauna-Gemeinschaften darstellen, und dass Makro- und Meiofauna je nach Vorkommen von Manganknollen verschiedene Abundanzen haben.Der letzte Aspekt vom Nodinaut-Projekt betrifft die Fähigkeit zur Erholung benthischer Lebensgemeinschaften nach einer physischen Störung der Sedimentoberfläche, die vor 26 Jahren stattgefunden hatte. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Sediments haben sich in der Spur kaum verändert, was auf eine extrem passive Umwelt in dieser Tiefe hindeutet. Die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften im Falle von industriellem Abbau der Knollen in größerem Maßstab kann allerdings von diesen Ergebnissen nicht abgeleitet werden, und zwar aus zwei Gründen: die Größe der Fläche wäre sehr viel wichtiger, und wir müssen noch mehr über großräumige Verteilungsmuster der Arten wissen.

Karte

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